Die Welt Zockt

DurchgezocktPS Vita

hotL NiQ: The Firefly Diary

Tobias Krupp Freitag, 13. November 2015 12:00
Es sieht aus als hätte ein Kleinkind auf eine Tastatur eingeschlagen…
htoL#NiQ… Ausgesprochen wird es etwa so "Ho-Ta-Ru No Niqi", was The Firefly Diary bedeutet. Total simpel, oder? Ja? Nein? Eher nicht.
Wie dem auch sei… Der von Nippon Ichi Software entwickelte und durch NIS America vertriebene Titel fand vor kurzem seinen Weg nach Europa auf die PS Vita.
Ob sich die Reise gelohnt hat?

Story

In den Tiefen einer labyrinthartigen Ruine erwacht das junge Mädchen Mion aus einem tiefen Schlaf. Verloren, allein und ohne jegliche Erinnerung befindet sie sich in einer Welt aus Licht und Schatten, nur von zwei Fireflies begleitet. Wie ist sie hier her gekommen? Wie kommt sie hier wieder weg? Und wo sind ihre Eltern?
Die Geschichte von htoL#NiQ - The Firefly Diary wird vornehmlich durch sammelbare Gedankenbruchstücke erzählt, welche zu mehreren Enden führen können. In diesen Gedanken spielt man auch die junge Mion und muss beispielsweise alltägliche Aufgaben bewältigen. Der Erzählstil ist interessant gestaltet und hat etwas Außergewöhnliches an sich.
notLNIQ_tffd_bild_04 Gameplay

Daran orientiert sich auch das Gameplay des Puzzle-Plattformer-Adventure-Mix. Mion ist selbst nicht steuerbar und folgt den Glühwürmchen ähnlichen Fireflies namens Lumen (Licht) und Umbra (Schatten). In der normalen Welt weist Lumen den Weg und in der Schattenwelt ist Umbra für das Auslösen von Schaltern, Lösen von Rätseln und das Bekämpfen von Gegnern verantwortlich. Das Besondere an Umbra ist außerdem, dass man sich nur in schwarzen Bereichen bewegen kann und die Perspektive oftmals für Rätsellösungen wichtig ist, um einen Weg zu ebnen. Sollte es mit der äußerst träge agierenden Mion zu einer Berührung durch Schattenwesen und anderen Gefahren kommen, dann töten diese sofort. Timing ist also enorm wichtig und gleichzeitig doch so schwierig.
Mit der Standardsteuerung über Front- und Reartouchpad artet es eher schnell zu einem wahrhaften Krampf aus. Die unnötig umständliche Touchsteuerung, die oftmals nicht oder nur träge reagiert, kann einem schnell den Spaß verderben. Gerade das Touchpad auf der Rückseite ist für filigrane Bewegungen irgendwie nicht konzipiert. Zum Glück gibt es mehrere Steuerungsmöglichkeiten, wobei die mit Sticks und Buttons  in meinen Augen klar vorzuziehen ist.
notLNIQ_tffd_bild_01 Optik

Trotz seines kindlich anmutenden Charmes ist htoL#NiQ - The Firefly Diary, anhand seiner Thematik und diversen blutigen Todesarten, kein Titel welchen man seinen Jüngsten in die Hand drücken sollte. Daran ändern auch das tolle Artdesign, der Chibi-Stil und die teils zuckersüßen Animationen nichts. Hier wird zersägt, erdrückt, gefressen und erschlagen bis es roten Lebenssaft spritzt; was das alptraumhafte Setting zusätzlich unterstützt.

Sound

Auch der Sound unterstützt die Atmosphäre mit düsteren Klängen, die teils schöne und unaufdringliche Musik passt wunderbar zum Titel und auch die Soundeffekte sind gelungen und sparsam platziert.

Umfang

Aufgrund des sehr knackigen Schwierigkeitsgrades variiert die Spielzeit sehr stark. htoL#NiQ - The Firefly Diary umfasst fünf Kapitel und das erste Kapitel habe ich nach ca. 70 Minuten beendet. Wenn man das jetzt hochrechnet, dann wird man wahrscheinlich bei einer Spielzeit von mindestens 5 Stunden landen; worauf sicher nochmal einige Minuten oder Stunden, aufgrund der steigenden Schwierigkeit und diverser Neuversuche, addieren.

notLNIQ_tffd_bild_02 Fazit

Wer auf japanische Spiele (aus dem Hause NIS) steht und etwas für düstere Abenteuer und Puzzlespiele übrig hat, sollte mit htoL#NiQ - The Firefly Diary seine Freude haben. Doch auch die Freude wird über den zeitweise aufkommenden Frust nicht erhaben sein, denn dieser Titel ist auf Tränen gebaut.
Der Titel ist für 14,99€ im PlayStation Store erhältlich!

Dieser Artikel wurde ursprünglich von mir (Tobias Krupp) auf gamescrowd.com veröffentlicht.
ProKontra
  • teils knackige Rätsel…
  • düstere und bedrückende Atmosphäre
  • durchdachtes Spielprinzip
  • Wiederspielwert durch herausfordernde Trophäen
Zocker Silberzockergold.png
  • … mit sehr hohem Frustpotential
  • Touchsteuerung ist ein Grauen
  • verschenktes Potential in diversen Bereichen
comments powered by Disqus