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DurchgezocktPS4

Shadow Warrior

Tobias Krupp Freitag, 27. November 2015 12:00
3D Realms… Da fällt einem doch erstmal Duke Nukem 3D ein, oder!? Sicher, aber die kultige Entwicklerschmiede hatte damals auch noch weitere heiße Eisen im Feuer; u. a. Wolfenstein 3D, Rise of the Triad und Shadow Warrior. Die Neuinterpretation von letzterem Titel ist nun seit einigen Monaten für die PlayStation 4 erhältlich. Für die Entwicklung zeigen sich hier allerdings Flying Wild Hog und Devolver Digital verantwortlich.
Ich habe für euch getestet ob die Klinge noch scharf genug ist!

Story

Mit 2 Millionen Dollar in einer und mit seinem Katana in der anderen Hand, betritt Protagonist Lo Wang, dessen Name für allerlei nicht jugendfreie Witze herhalten muss, die äußerst großzügige und schicke Behausung eines Yakuza. Dieser ist im Besitz eines mystischen Schwertes, welches für den üppig gefüllten Geldkoffer den Besitzer wechseln soll. Doch ganz so einfach ist das Ganze nicht und nach einem kurzen Wortwechsel fliegen schon die ersten Gliedmaßen im Raum herum.
Das Schwert wollen wir natürlich weiterhin. Zur Not auch ohne Geld. Davon halten uns auch nicht die plötzlich einfallenden Höllenkreaturen ab.

Am besten gefällt mir die feinfühlige und interessante Story von Shadow Warrior, denn diese ist nicht vorhanden. Vorrangig geht es hier einfach nur um fetzige, bleihaltige und blutgetränkte Action; und das ist vollkommen in Ordnung!
shadow_warrior_bild_01 Gameplay

Warum? Na, weil sich das Spiel selbst nicht ernst nimmt und eher als eine Art Revival des Klassikers zu sehen ist. Das schnelle Gameplay mit klassischer, erhöhter Laufgeschwindigkeit, die Horden von Gegnern, die sich größtenteils wie dummes Kanonenfutter verhalten und ein Waffenarsenal, welches Revolver, Maschinenpistolen, Shuriken und andere tödliche Spielzeuge umfasst; hier schreit im Grunde alles nach simplem 08/15-Shooter; wenn da nicht die kleinen Feinheiten wären. Es gibt im Grunde keine geradlinig verlaufenden Levels, keine Gesundheitsregeneration und kein Waffenlimit. Ohne seinen mehr oder weniger bekannten Ursprung würde Shadow Warrior aber vermutlich gnadenlos untergehen. Dafür ist die Konkurrenz, gerade zum Jahresende hin, zu groß. Upgrades für Waffen, Magie und körperliche Attribute sind heutzutage auch nichts Neues mehr und die Benutzung des Katana ist, bis zu den fortgeschrittenen KI-/Schwerkampf-Skills, im Grunde nur Gefuchtel; wenn auch mit verheerenden Ergebnissen.
shadow_warrior_bild_02 Optik

Die eher unspektakuläre Optik lässt sicher verschmerzen, denn Shadow Warrior läuft äußerst flüssig und ruckelt nur selten. Dafür fehlen aber auch echte Details in den Levels, welche bei diesem zackigen Gameplay eh nicht weiter auffallen würden. Gegner- und Charakterdesign gehen in Ordnung, allerdings gibt es wenige Variationen und so gut wie kein Schlachtvieh gräbt sich in eure Erinnerung. Hieb- und stichfest ist die Dämonenbrut auch nicht und so sieht es des Öfteren aus wie beim unhygienischen Schlachter um die Ecke. Man hält es nicht für möglich, aber dieser Titel ist komplett ungeschnitten!
shadow_warrior_bild_03 Sound

Und zwar nicht nur beim Gewaltgrad, sondern auch der derbe, oftmals pubertäre Humor, blieb unangetastet, wie die Jungfrau Maria. 80er Discomusik, etwas Pop und Metal umfassen das musikalische Repertoire von Shadow Warrior und die halbwegs gelungene Synchronisation lassen B-Movie-Feeling aufkommen.

Umfang

Die rund 13 Kapitel umfassende Story nimmt locker 10 bis 12 Stunden in Anspruch und mehrmalige Playthroughs können sich für Freunde von Sammelobjekten, EasterEggs und Trophäen lohnen. Wohlgemerkt, für gerade einmal 34,99 Euro als Retail-Version.
shadow_warrior_bild_04 Fazit

Als bekennender Freund klassischer Spiele, derben Humors, sowie "Blut und Gedärme"-Unterhaltung kann ich Shadow Warrior durchaus etwas abgewinnen. Wer hier allerdings eine tiefgründige Geschichte und innovatives Gameplay sucht, der wird enttäuscht. Hier wird sich auf schnelle, blutige und unterhaltsame Action der Marke "Kopf aus und Spaß haben!" beschränkt. Endlich mal wieder…

Dieser Artikel wurde ursprünglich von mir (Tobias Krupp) auf gamescrowd.com veröffentlicht.

ProKontra
  • keine bzw. wenige Schlauchlevel
  • ungeschnittene deutsche Version
  • butterweiche Bildwiederholrate
  • faires Preis-/Leistungsverhältnis
  • massig EasterEggs
  • Old-School-Faktor²
Zocker Silberzockergold.png
  • relativ eintöniges Gameplay
  • optisch wenig spektakulär
  • Backtracking, aufgrund des Leveldesign
  • lange Ladezeiten
  • zu lange Pausen zwischen den Actionsequenzen
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