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Killer is Dead

Tobias Krupp Freitag, 11. Dezember 2015 12:00
Suda51. Bei diesem Pseudonym schrillen bei vielen Gamern die Alarmglocken. Bei den einen im negativen, bei den anderen im positiven Sinne. Der kreative Kopf, hinter Titeln wie killer7, No More Heroes oder Lollipop Chainsaw, steht für (ver)wirre(nde) Geschichten, abgedrehtes Art-Design und kontrovers diskutierte Themen.
Killer is Dead macht hier keine Ausnahme!

Story

Ihr spielt als Mondo Zappa; Auftragskiller, Gigolo und Besitzer eines bionischen Arms. Ein Mann der das Blut seiner Feinde als Energiequelle nutzt und auch sonst einige seltsame Angewohnheiten an den Tag legt. Sein Chef, Bryan Roses (welcher stark an Barrett aus Final Fantasy VII erinnert), entsendet Zappa in die Welt und deren Umlaufbahn um Kriminelle und andere Assassinen zu töten.

Auch wenn Killer is Dead darauf schließen lässt, dass es sich um eine Fortsetzung zu killer7 handelt, entspricht das nicht (ganz) der Wahrheit. Die Story mag außerdem an No More Heroes erinnern, aber auch hier gibt es nur kleinere Parallelen.
Killer is Dead ist ein eigenständiger Titel, der allerdings durch und durch die auffällige Handschrift Suda51s trägt. Erstaunlicherweise wird die gesamte Geschichte schlüssig aufgelöst, allerdings bleiben einige Fragen im Raum, welche nur durch Eigeninterpretation geklärt werden können.
killer_is_dead_bild_01 Gameplay

Im Grunde besteht das Gameplay aus Gegnerwellen in Devil May Cry ähnlichen Arenen, aber auch frei begehbaren Arealen, mit den obligatorischen Bosskämpfen am Ende des Levels. Es gibt über zehn verschiedene Gebiete, die linear durchlaufen werden. Zappa wird dabei von Mika Takekawa begleitet, die als Fangirl allerlei stereotypes Verhalten an den Tag legt und somit absolut ins Gesamtbild passt. Die blonde Vivienne Squall bringt uns stets zu den Aufträgen und zeigt sich anhand ihrer dutzend Arme ziemlich wehrhaft, wenn Gefahr im Verzug ist.
Mondo Zappa selbst ist allerdings auch nicht wehrlos und führt in der rechten Hand ein Katana, während der linke Arm in verschiedenste Waffen verwandelt werden kann. Bionik sei Dank!
Spielerisch zeigt sich der Titel äußerst zugänglich, was aber nicht wirklich überrascht, da schon Shadows of the Damned und Lollipop Chainsaw ziemlich an den Mainstream angepasst wurden. Natürlich gibt es einige wiederkehrende Elemente, die aus verschiedenen anderen Titeln Sudas entstammen, allerdings wirkt Killer is Dead nie wie ein Abklatsch. Das Gameplay ist fordernd, aber selten bis nie unfair. Es gilt die Angriffsmuster der Gegner zu studieren, auszuweichen und selbst ordentlich Schaden auszuteilen; auch neue Fähigkeiten können erlernt werden.

Der "Aufreger" in diesem Spiel sind die Gigolo-Missionen, in denen Mondo versucht diverse Damen, mit Hilfe teurer Geschenke und Komplimenten, in die Kiste zu bekommen. Zu diesem Zwecke schaut man seiner Auserwählten tief in die Augen oder auch mal (besonders tief) in den Ausschnitt. Lasst euch dabei aber nicht erwischen, sonst gibt’s ‘nen Satz heiße Ohren!
Netter Nebeneffekt dieser Missionen: Ihr schaltet Upgrades für euren bionischen Arm frei.
killer_is_dead_bild_02 Optik

Der optische Stil eines jeden Suda51-Titels ist unverkennbar; und auch für Killer is Dead gibt es wieder etwas Besonderes. Im Stile eines animierten Comics gibt es hohe Kontraste, klare Linienführungen, schrille Farben und knallrote Blutfontänen zu bewundern. Das gesamte Art-Design ist ausgezeichnet gelungen und bietet besondere optische Akzente, die man so noch nirgends gesehen hat.
Den Gesamteindruck kann eigentlich nur das zeitweise Tearing und die etwas wirre Kameraführung trüben, aber das kennt man ja; von Titeln aus dem Hause Grasshopper Manufacture.
killer_is_dead_bild_03 Sound

Die Musik ist mit diversen Genres (u. a. J-Pop, Industrial Metal und Klassik) gut gewählt, der Sound ist insgesamt  sehr gut gelungen und auch die komplett englische bzw. japanische Sprachausgabe, mit deutschen Untertiteln, kann sich hören lassen. Verantwortlich für die musikalische Untermalung zeigt sich mal wieder Akira Yamaoka, welcher einigen von euch wahrscheinlich aus anderen Suda51-Spielen, sowie Silent Hill, bekannt sein dürfte.

Umfang


Mit fünf bis acht Stunden Spielzeit ist Killer is Dead im unteren Mittelfeld angesiedelt und der fehlende Multiplayer-Part ändert daran nichts. Allerdings gibt es diverse Dinge zu sammeln und freischaltbare Bonus-Missionen, die ein nochmaliges Durchspielen rechtfertigen (könnten).

killer_is_dead_bild_04 Fazit

Killer is Dead, aus dem Hause Grasshopper Manufacture und Kadokawa Games, ist der bislang einsteigerfreundlichste Titel von Suda51; wenn man mal von Lollipop Chainsaw absieht. Das Spiel bietet solides Gameplay mit interessanter Optik und ist für Freunde gepflegter Reizüberflutung und Fans von Suda51 definitiv zu empfehlen!
Alle anderen Spieler sollten sich eher dem Mainstream zuwenden oder Killer is Dead erst einmal vor dem Kauf anspielen.

Dieser Artikel wurde ursprünglich von mir (Tobias Krupp) auf gamescrowd.com veröffentlicht.
ProKontra
  • abgefahrenes Art-Design
  • einsteigerfreundliches Gameplay
  • passende Musik und guter Sound
  • Suda51
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  • geringer Umfang
  • wenig Abwechslung im Gameplay
  • Tearing und gelegentliche Ruckler
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